Lipödem: Ursachen

Dr. med. Dr. med. univ. Michael Cerny

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

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Die Frage nach den Ursachen des Lipödems ist noch immer nicht vollständig beantwortet. Nach dem aktuellen Forschungsstand ist davon auszugehen, dass es eine genetische Komponente gibt. Demzufolge kann die Fettgewebsstörung vererbt werden. Dafür spricht, dass es bei etwa jeder fünften Betroffenen weitere Fälle von Lipödemen innerhalb der Familie gibt.

Fest steht ebenfalls, dass es sich bei einem Lipödem nicht um ein Symptom oder die Folge von Übergewicht handelt. Schlanke Frauen sind deshalb gleichermaßen von der Erkrankung betroffen wie normal- und übergewichtige Frauen, auch wenn Übergewicht die Problematik verstärken kann. Denn während sich die Fettzellen bei Übergewicht vergrößern, ist das Lipödem Ausdruck einer erhöhten Anzahl von Fettzellen und einer veränderten Struktur des Fettgewebes in der Unterhaut. Deshalb kann eine starke Gewichtsabnahme das Lipödem nicht verschwinden lassen. Auch Bewegungsmangel oder andere Merkmale eines eher ungesunden Lebensstils sind nach dem aktuellen Stand der Forschung keine Ursachen für Lipödeme.

Wie kommt es zu einem Lipödem?

Bei einem Lipödem vermehrt sich das Bindegewebe (Fibrosierung), und das Fettgewebe in der Unterhaut (Subcutis) bildet narbenähnliche Verdickungen. Diese sind ab einem gewissen Stadium der Erkrankung deutlich als kleine Knötchen unter der Haut spürbar. Oft gehen Lipödeme mit einem chronischen Lymphödem einher, bei dem es zu einem Stau der Lymphflüssigkeit kommt, weil diese nicht mehr richtig abtransportiert werden kann. Um das Zusammenspiel zwischen Lymphsystem und Fettgewebe besser zu verstehen, ist es hilfreich, die Funktionsweise der Lymphgefäße zu kennen.

Wie funktionieren Lymphgefäße?

Das Lymphsystem mit seinen unzähligen Lymphgefäßen ist ein Transportsystem. Es erstreckt sich von Kopf bis Fuß über den gesamten Körper, ist jedoch kein geschlossenes System wie der Blutkreislauf. Über die Lymphbahnen werden überflüssige Nährstoffe (Fette) und Zellen, Abfallstoffe, Fremdkörper und Krankheitserreger abtransportiert und entsorgt.

Verantwortlich für den Transport sind die Lymphgefäße. Sie sorgen durch ihre Klappen für den Abtransport der Lymphflüssigkeit (auch: Lymphe). Diese gelangt über die Lymphkapillare in die Lymphbahnen und von dort in die obere Hohlvene und damit zurück in den Blutkreislauf. Die Lymphgefäße können ihre Arbeitsgeschwindigkeit und Transportmenge an den aktuellen Bedarf anpassen. Sie verbinden die Lymphknoten miteinander, die als Filterstationen fungieren und die Lymphe von Abfall wie Fremdkörpern und Krankheitserregern reinigen.

Sind die Blutgefäßkapillaren zu durchlässig, können größere Mengen Flüssigkeit in das Bindegewebe gelangen. Subkutane Fettzellen nehmen diese in sich auf, was dazu führt, dass die Zellen an Größe zunehmen und auf das Gefäßsystem drücken. Das hat zur Folge, dass noch mehr Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austritt und die Lymphgefäße zusammengedrückt werden. Dadurch verringert sich die Menge Lymphflüssigkeit, die sie abtransportieren können - ein Teufelskreis entsteht und mit ihm wächst die Flüssigkeitsansammlung im Gewebe ("Ödem"). Im Laufe der Zeit kann sich ein Lipödem auf diese Weise zu einem Lipo-Lymphödem entwickeln.

Mikroangio­pathie

Bei Patientinnen mit Lipödem sind auch die kleinsten Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen (Mikroangiopathie). Durch ihre erhöhte Durchlässigkeit dringt Blut in das Fettgewebe ein, was zu einer verstärkten Bildung von blauen Flecken führt. Die gesteigerte Anfälligkeit für Hämatome, die schon bei kaum merklichen Stößen entstehen, ist ein typisches Symptom für das Lipödem. Ein weiteres Anzeichen ist der, je nach Stadium mehr oder weniger stark empfundene, Druckschmerz. Dieser entsteht durch angestautes Wasser im Gewebe, das im Krankheitsverlauf zunehmend spannt.

Hormonelle Ursachen

Ein Lipödem scheint auch hormonelle Ursachen zu haben und es erkranken fast ausschließlich Frauen an dieser Störung der Fettverteilung und den veränderten Fettzellen. Bei den wenigen betroffenen Männern zeigt sich in nahezu allen Fällen gleichzeitig noch eine andere Erkrankung, die mit dem Hormonhaushalt zu tun hat. Typisch ist hier zum Beispiel ein Testosteronmangel in Folge eines Leberschadens oder ein Prostatakarzinom.

Spielen hormonelle Veränderungen eine Rolle?

Zum anderen entsteht das Lipödem in vielen Fällen zu einem Zeitpunkt hormoneller Veränderungen, wie in der Pubertät. So berichten einige Frauen, dass ihre Beschwerden zeitlich mit dem Beginn der Einnahme der Pille zusammenhängen. Weitere hormonelle Veränderungen finden während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren statt. Für die Annahme, dass die Hormone beim Lipödem eine gewichtige Rolle spielen, spricht, dass die Erkrankung bei Frauen nach der Menopause nur noch sehr selten auftritt.

Welchen Einfluss haben Schilddrüsen­erkrankungen wie Hashimoto?

Viele Patienten mit Lipödem leiden außerdem unter Schilddrüsen-Erkrankungen wie Hypothyreosen oder der Hashimoto-Krankheit. Zudem erhöht ein Mangel an Progesteron (auch als Gelbkörperhormon bekannt) das Risiko für die Bildung von Ödemen und kann demzufolge ein Lipödem verstärken. Diese Beobachtungen sind jedoch bislang noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt, um sie als sichere Ursachen für Lipödeme anzunehmen.

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